Etappenziele auf dem Weg zur Sprache

 

Woran Eltern Probleme beim Sprechenlernen rechtzeitig erkennen können

Nicht immer ist es gleich eine Entwicklungsstörung, wenn ein Kind auf dem Weg zur Sprache hinter anderen zurückbleibt; bei vielen wechseln Zeiten eines (scheinbaren) Stillstands mit Schüben, bei denen sie täglich Fortschritte machen. Eltern sollten einen Kinderarzt aufsuchen, wenn ihr Kind

- nach drei Monaten nicht differenziert schreit,
- nach sechs Monaten nicht spontan mit mehreren Vokalen “plaudert”,
- nach neun Monaten keine Silben aneinanderreiht (ma-ma-ma-ma),
- nach zwölf Monaten keine Silben verdoppelt (da-da, pa-pa),
- nach fünfzehn Monaten “Mama” und “Papa” nicht gezielt verwendet,
- nach achtzehn Monaten keine “Kinderwörter” (wie “wau-wau”) bildet,
- nach zwei Jahren keine Zwei-Wort-Sätze formt,
- nach drei Jahren keine Drei-Wort-Sätze und Plural- Formen bildet und nicht “ich” und “du” sagt,
- nach vier Jahren nicht in annährend richtiger zeitlicher Abfolge erzählt (“Und  dann... und dann...”),
- nach fünf Jahren Laute nicht fehlerfrei ausspricht und nicht in richtiger zeitlicher Abfolge erzählt.

 

Die häufigsten Sprachstörungen

Sprachentwicklungsverzögerung
Das Kind beginnt zu spät mit dem Sprechen, oft unverständlich. Es verdreht die Sätze, kennt zu wenig Wörter. Es hat Probleme mit der Bewegung und Körperbeherrschung.

Dysgrammatismus
Das Kind spricht grammatisch nicht altersgerecht. Es verdreht Sätze, lässt Teile von Wörtern und Sätzen weg, spricht verwaschen und kennt zu wenig Wörter.

Stottern
Das Kind stockt in der Rede, wiederholt Silben oder Wörter und presst sie, oft unter Atemschwierigkeiten, hervor. Manchmal hat es Angst, überhaupt zu sprechen. (Stottern darf aber nicht verwechselt werden mit der hastigen Rede dreijähriger Kinder, wenn sie zu schnell denken und mit dem Sprechen noch nicht nachkommen).

Stammeln
Das Kind bildet nicht die seinem Alter entsprechenden Sprachlaute. Es lässt Laute aus, ersetzt sie durch andere und  kann oft (trotz gesunden Gehörs) Laute nicht voneinander unterscheiden.
Besonders oft wird S falsch gebildet: Hierbei handelt es sich um Lispeln

 

Ursachen der Sprachstörungen

Viele Faktoren zusammen können eine Sprachstörung auslösen, z.B.:

- fehlerhafte Sprachanregung, aber auch Überforderung
- erbliche Vorbelastung
- Risiken bei Schwangerschaft / Geburt
- unerkannte Hörstörung in der Säuglingszeit
- Bewegungsstörung, Bewegungsmangel
- psychische Belastung
Endgültig lassen sich die Ursachen einer Sprachstörung nicht klären.
Durch rechtzeitige Förderung sind Sprachstörungen aber in der Regel restlos zu beheben.